animago AWARD 2017: Los geht’s!

In diesem Jahr sind wir mit dem animago ja etwas früher dran: 7. & 8. September. Deshalb nicht lange zögern und das beste, schönste oder originellste CG-Projekt jetzt schon einreichen! Dazu als Motivationshappen: Making-of-Bericht der "2 Aliens".
animago Trophy 2016

Gesucht werden wie in jedem Jahr Beiträge aus den Bereichen 3D-Animation & -Still, Visual Effects und Visualisierungen, in elf Kategorien wird ein animago AWARD verliehen. Der Nachwuchspreis ist von der DP mit 3.000 Euro dotiert. Eine Teilnahme ist kostenfrei und die Projekte können bis zu drei Jahre alt sein. Zeit zum Einreichen haben Sie bis zum 31. Mai 2017.

Hier können Sie sich anmelden und Ihren Beitrag oder auch mehrere einreichen.

Alleine viel 3D-Unterhaltung schaffen

Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, welch coolen Leute so beim animago AWARD regelmäßig dabei sind: Thomas Zeug und seine zwei Aliens zum Beispiel. Der Creative Motion Artist realisiert in seiner Freizeit seit vielen Jahren die Online-Serie „2 Aliens“ im Alleingang. Das brachte ihm 2016 für die Folge „Vier Fäuste gegen Terror Station“ eine animago-Nominierung in der Kategorie „Jury’s Prize“ ein, sicherlich viele neue Fans der Show und einen Making-of in der DP-Ausgabe 01:17.

2 ALiens

One-Man-Show mit C4D

Irgendwann fragte sich der große Science-Fiction-Fan Thomas Zeug: „Wie sieht eigentlich der Alltag von Aliens in ihrem Ufo aus?“ – und geboren war die Animationsserie „2 Aliens“. Die Entstehung des Pilotfilms „Proll Out“ benötigte 5 Jahre; in dieser Zeit konnte sich der Artist einige Tricks aneignen, um die Produktion eines Animationsfilms mit einer Laufzeit von 53 Minuten zu beschleunigen.

So entsteht nun etwa jedes Jahr eine neue 30-minütige Episode – „Vier Fäuste gegen Terror Station“ ist bereits Folge 4. Das Projekt ist eine Hommage an das Actionkino der 80er und 90er: voller Schießereien, cooler Sprüche und jeder Menge Explosionen. Die Bande von Bösewichten in „Vier Fäuste gegen Terror Station“ ist gespickt mit den typischen Klischees des Actionhelden-Genres und einige der Charaktere sind ihren realen Vorbildern nachempfunden.

Action-Kino-Hommage

Mehr als bei allen bisherigen Folgen wollte Zeug bei Teil 4 das klassische visuelle Feeling bekannter Hollywood-Produktionen imitieren – dafür arbeitet er sich (mal wieder) durch ein paar alte Van Damme-, Schwarzenegger- und Bruce-Willis-Filme und notierte sich alles, was ihm an Besonderheiten in der Licht-, Kamerafahrt- und Farbgestaltung auffiel: Harte Lichtkanten, absaufende Hintergründe, Detailshots und Tauben in Zeitlupenaufnahme sind wiederkehrende Elemente, die der Artist daraufhin in die Episode einarbeitete. Auch auf die Gestaltung des Plakats zur Serien-Folge ist der Artist sehr stolz, den typischen zeichnerischen Stil alter Filmposter erzielte Zeug mit mehreren Filtern und viel Handarbeit in Photoshop.

Poster 2 AliensPipeline

Vieles ist bei dem Projekt improvisiert und mit einfachsten digitalen Mitteln umgesetzt, was aber gerade den Stil der Serie ausmacht. Die 3D-Animation für „2 Aliens“ kreiert der Artist mit Cinema 4D, das Compositing realisiert er mit After Effects. Geschnitten wurde mit Premiere, die Audiobearbeitung lief in Audition. Die Hardware von Thomas Zeug ist mit einem 6 x 3,3 GHz Intel Core i7 Prozessor ausgestattet.

Vorausplanung & Parallelität

Schon während der Produktion einer Folge macht sich Thomas Zeug bereits detaillierte Gedanken über die nächste. Der grobe Plot und die Rahmenhandlung stehen zwar schon für die gesamte Staffel, die genaue Ausarbeitung inklusive Drehbuchentwicklung findet jedoch erst sehr zeitnah zur eigentlichen Produktion statt – so lassen sich auch noch spontane Einfälle und Ideen einarbeiten.

In der Vorbereitungsphase werden die meisten neuen Figuren modelliert sowie geriggt und die Locations gebaut. Da der Artist alleine an „2 Aliens“ arbeitet beginnt er ohne vorher erstellte Concepts direkt in der 3D-Software zu arbeiten und testet dort schon im Environment erste Ideen für die Handlung der jeweiligen Folge aus.

Bewegung für Bösewichte

Für „Vier Fäuste gegen Terror Station“ mussten vor allem die Terroristen-Bösewichte neu erstellt werden. Für ihre Modellierung kamen die Sculpting- und Bodypaint-Tools von Cinema 4D zum Einsatz – auf diese Weise konnten aus einem Rohmodell dieser „Spezies“ 10 unterschiedliche Charaktere mit ihren jeweiligen Eigenheiten entstehen.

Terroristengruppe 2 Aliens

Dank des C4D-internen Cappuchino-Moduls ließen sich Bewegungen von einzelnen Gliedern der Charaktere mit der Maus aufzeichnen und weiterverarbeiten. So entstand nacheinander für mehrere Körperteile nahezu in Echtzeit eine erste grobe Animation, die vor allem bei reinen Dialogszenen einen praktischen schnellen Grundstock für die weitere Animation lieferte.

Für die Mundbewegungen sämtlicher Figuren nutzte Zeug eine eigens entwickelte Xpresso-Schaltung in C4D: Mit dieser lässt sich in Verbindung mit dem integrierten Sound-Effektor die Öffnung des Mundes über die Waveform der einzelnen Sprachaufnahmen steuern. Zudem veranlassen tiefere Frequenzen die Mundstellungen für „O“ und „U“. Das Wegfallen langwieriger Mund-Animation hat die Geschwindigkeit der Produktion extrem erhöht, war jedoch gerade bei den sehr ausgefallenen Mündern der Terroristen kein leichtes Unterfangen.

Rendering

Um weitere Zeit einzusparen rendert der Artist die ersten Szenen nach einem Preview-Rohschnitt direkt parallel und verfeinert sie im Compositing. Das Lighting und Rendering wurden mit den Standard-Bordmitteln von Cinema 4D und dem normalen Advanced Renderer ohne Global Illumination umgesetzt. Der genretypischen Filmlooks wurde erzielt, indem die Episode anstatt im üblichen 16:9-Seitenverhältnis direkt im Breitbildformat gerendert wurde. Die dafür benötigte starke Tiefenunschärfe kam mit dem Frischluft Depth-of-Field-Plug-in Lenscare für After Effects hinzu, die finale Farbkorrektur realisierte Thomas Zeug mit den Magic Bullet Looks von Red Giant.

Volumetrische Effekte faken

Das Asteroidenfeld, in dem sich die Station der Terroristen befindet, sollte durch viel Staub und Nebel verborgen sein. Tatsächliche 3D-Rauchsimulationen in dieser Größenordnung hätten jedoch die Leistung und Kapazität von Zeugs Rechner gesprengt. So wurden es schließlich einfache Fotos von Wolken, die auf mehreren verschachtelten Layern den Asteroidenhaufen ausfüllen. Zusammen mit etwas Turbulent Displacement aus dem TurbulenceFD-Plug-in für After Effects und Lichteffekten durch Trapcode Shine kommt das Ergebnis relativ nah an eine echte volumentrische Berechnung heran.

Asteroiden-Feld 2 Aliens

Challenges

Die in manchen Szenen große Menge an Figuren innerhalb eines Bildes hat Cinema 4D und die Hardware ebenfalls an seine Leistungsgrenzen gebracht. Gelöst wurde das Problem, indem die Szenen in einzelne Projekte mit jeweils nur 2 bis 3 Figuren aufgesplittet und erst kurz vor dem Rendern wieder zu einer zusammenkopiert wurden. Zudem ersetzten beim Animieren Low-Poly-Proxys die Terroristen, die bei der Fein-Animation durch ihre finalen Versionen ausgetauscht wurden.

Pläne mit den zwei Aliens

Thomas Zeug würde die Serie gerne hauptberuflich und mit einem eigenen Team produzieren, wofür sich natürlich die passende Finanzierung finden muss. Bis dieser Plan aufgeht, freut der Artist sich aber über die maximale kreative Freiheit, die das hobbymäßige Arbeiten daran mit sich bringt.

Dankbar ist Thomas Zeug insbesondere allen Menschen, die dieses Groß-Projekt bislang auf irgendeine Art und Weise beeinflusst haben: Beispielsweise Florian Linckus, der mit seiner Musik perfekt die gewünschte Stimmung dieses Films eingefangen hat. Zudem natürlich allen Sprecher, die dem 3D-Artist für kurze Zeit die Kontrolle über ihre zu den 3D-Figuren passenden Stimmen geliehen haben. „Und natürlich danke ich meinen großen Vorbildern des Actionkinos: Schauspielern, Regisseuren, Drehbuchautoren und Co. … sie alle aufzuzählen, würde einfach den Rahmen sprengen!“, lacht Thomas Zeug.

(Mirja Fürst)

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