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08.07.2009 | ANIMAGO Die Gewinnerbeiträge des animago 2008, Bester Character: "Nachkommen" |  | Der in Hinblick auf Bewegung, Gesichtsanimation, Texturierung und Glaubwürdigkeit überzeugendste CG-Character.
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„Descendants“ (Nachkommen) ist ein 14-minütiger Animationsfilm. Zwei Blumen leben am Rande einer Lichtung. Die eine ist alt und verbittert, die andere jung und voller Leben. Ein Besucher auf ihrer Lichtung versetzt beider Leben in Aufruhr. „Descendants“ ist ein Film über den Wunsch, etwas Unmögliches zu vollbringen und darüber, dass aus etwas Bösem etwas Gutes entstehen kann.
Nichts ist unmöglich – Teamwork ist alles!
Unmögliches möglich machen war rückblickend gesehen das Motto dieser Produktion. Sowohl das Thema des Filmes, als auch die Umsetzung desselben stellten die Macher vor schier unlösbare Probleme. Heiko van der Scherm berichtet von der Produktion.
Zuerst arbeitete ich beinahe ein Jahr alleine an dem Film. In diesem Jahr schrieb ich das Drehbuch und bestimmte mit Zeichnungen, Mood- und Storyboards die Optik des Filmes mit der Hilfe von Christian von Bock von Spiral Studios in Stuttgart. Darüber hinaus erstellte ich alle 3D-Modelle in XSI 5.11 und ein erstes Animatic. Holger Schönberger, der für Lighting, Shading und Compositing verantwortlich war, erstellte dazu erste Shadings von Charakteren und Umgebung.
Mit meinem Animatic und Holgers Renderings bestanden wir unser Diplom am Animationsinstitut. Das Animatic stieß bei den bewertenden Dozenten und Professoren auf positive Resonanz und so durften wir den Film fertig produzieren. Ich machte mich auf die Suche nach Animatoren.
Zusammenstellen des Teams
Jeder, der einmal einen eigenen Animations-film gemacht oder in einer Firma Dienst abgeleistet hat, weiß wie schwierig es ist, brillante Animatoren zu finden. Seit ich Goro Fujitas „Interview with Carl Hawkins” auf der fmx gesehen hatte, war ich sicher, eine Kooperation zwischen (Ex-) Studenten des Animationsinstitutes der Filmakademie Baden-Württemberg und (Ex-) Studenten der German Film School aufbauen zu müssen. Dies kam aber nie zustande und wurde von allen Leuten, die ich befragte, als „zu schwierig“ abgetan.
Goro Fujita und ich trafen uns ein Jahr später zufällig in Hamburg. Er sagte nicht nur zu, den Job als Supervising Animator zu übernehmen, sondern brachte noch drei weitere Animatoren der German Film School mit in die Produktion: Felix Graf, Stephan Stölting und Tobias von Burkersroda. Die Animatoren siedelten sich für die Dauer der Produktion entweder ganz oder teilweise in Ludwigsburg an, wo der Film am Animationsinstitut produziert wurde. Goro lehnte sogar eine Festanstellung zugunsten des Projektes ab.
Was das Team an Arbeitswillen, Kreativität, Ausdauer und Integrität zur Schau stellte, war jeden einzelnen Tag schlichtweg atemberaubend. Die ganze Produktion dauerte vom ersten Script bis zur Premiere drei Jahre. Die Hauptproduktionsphase von
anderthalb Jahren beschäftigte ein Kernteam von vier bis sechs Artists in Vollzeit an sechs Tagen die Woche.
Angehende Dreamworks- und Pixar-Mitarbeiter im Team
Goro Fujita (Supervising Animator) und Felix Graf (Animator) arbeiteten unermüdlich und opferten dutzende Male ihre Freizeit, um letzte Details in den Animationsprozess einzubringen. Goro arbeitet zurzeit bei PDI/Dreamworks.
Bernhard Haux zeichnete sich für das Rigging verantwortlich und löste immense Probleme, da es für die Art von Charakteren, die in „Nachkommen“ vorgestellt werden, keinerlei Referenzen gibt. Die Besonderheit an den Blumen waren die vielen Blätter, die nicht wie „normale“ Körperteile mit starren Knochen versehen sind und sich noch dazu im Wind wiegen und auf Bewegungen der Köpfe reagieren müssen. Die Rigs waren ein Teil seines späteren Diploms am Animationsinstitut und mittlerweile ist er als Technical Director bei Pixar angestellt.
Holger Schönberger bereitete das Shading & Compositing vor und programmierte Pipeline-Tools, um den Fortschritt der Produktion kontrollieren und einzelne Einstellungen nach seinen Vorgaben beleuchten, rendern und composen zu können, sowie neue Systeme, um die massiven Mengen an organischen Modellen prozedural zu texturieren. Circa 100 Din-A4-Seiten an Code wurden für den Film geschrieben.
Markus Schmidt veredelte die Modelle in Z-Brush mit Displacement- und verschiedenen Arten von Color-Texturen und erfüllte sein Soll trotz seines Umzuges nach London und einer Vollzeitbeschäftigung bei Double Negative dort.
Synchronisation und Vertonung
Die Produzenten Patrick S. Cunningham und Maria Severine Pazoukhine schafften ein weiteres utopisches Kunststück: Sie konnten die amerikanischen Schauspielerinnen Whoopi Goldberg und Christy Scott Cashman als Sprecherinnen der Charaktere verpflichten. Die Stimmen wurden im August 2006 in New York aufgenommen. Patrick S. Cunningham wurde niemals müde, in den USA für den Film zu sprechen und verhandelte mehrere Monate über Whoopi Goldbergs Teilnahme. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Die Stimmen wirken wie für die Blumen gemacht.
In der heißen Phase des Renderings unterstützte uns Softimage (Andres Hildebrandt, Qoobee GmbH) mit Lizenzen, da jedes der insgesamt 19.800 Bilder mit allen Layern rund zwei Stunden Renderzeit benötigte. Zum Ende der Produktion machte Vladimir Martinka mit seiner Musik und Marek Musil mit den Soundeffekten den Film zu dem, was er heute ist.
Drehbuch und Modelle: Heiko van der Scherm
Regie: Heiko van der Scherm, Patrick S. Cunningham
Kamera: Holger Schönberger
Musik: Vladimir Martinka
Schnitt: Carsten Egert
Producer: Maria Severine Pazoukhine, Patrick S. Cunningham
Animation: Goro Fujita, Felix Graf
Sprecher: Whoopi Goldberg, Christy Scott Cashman
Texturing: Felix Graf
TD: Bernhard Haux
Compositing: Holger Schönberger, Filmakademie Baden-Wuerttemberg, Institute of Animation, Visual Effects and Digital Postproduction
Eingesetzte Programme: Softimage|XSI, Premiere
(mik)
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 KOMMENTARE - LESER SAGEN IHRE MEINUNG! Bisher abgegebene Kommentare: 1
| 18.05.2010 23:36:27 von elfi:

mein respekt, ein wunderbarer film, der jetzt, nach "freigabe" natürlich in meinem bekanntenkreis die runde macht. er geht weg wie eine warme semmel! kein wunder dass die preise in aller welt nur so purzeln. ich gratuliere dem gesamten team. | |
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