Interview mit Ali Adelstein, Vorstand Entwicklung der FAST Multimedia AG, zu blue

Native editing is blue
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FAST Multimedia launcht zur IBC 2001 sein neues, mit Spannung erwartetes Editing-System blue. Wann fiel die Entscheidung, blue zu entwickeln? Welche Überlegungen stecken hinter dem Produktkonzept?

Adelstein: Die Idee, blue zu entwickeln, entstand schon recht früh. Das technische Know-how für lineares und nonlineares Videoediting in Echtzeit hatten wir bereits im Zuge der VideoMachine-Entwicklung aufgebaut. Nun entstand der Wunsch nach einem idealen Werkzeug zum Schneiden von Video am Computer, nach einem System, das die Anwender begeistern sollte. Die am Markt befindlichen Systeme waren entweder zu komplex oder zu teuer – meist beides zugleich. Dieses Manko traf sowohl auf den Media Composer von AVID (zu teuer) als auch auf die VideoMachine aus unserem Hause (zu komplex) zu. Unsere Vision war es daher, ein offenes und unabhängiges Tool zu schaffen, das alle Bereiche der Postproduction abdeckt. Kurzum: Ergonomie und Effizienz bei höchstem Benutzerkomfort sowie maximaler Stabilität und Zuverlässigkeit. Außerdem sollte sich dieses System harmonisch in ein Umfeld von Tools anderer Hersteller (z.B. Audio-Post, Animation, Network) einfügen. Die Devise lautete also: Weg von den kompromissreichen Monokulturen, hin zu den optimalen Multikulturen in der Postproduction.

Welche Zielgruppen haben Sie mit blue im Visier?

Adelstein: Die Zielgruppen von blue sind professionelle Cutter, Postproduction-Häuser und Sendeanstalten. Jeder, der mit seinem Schnittsystem Geld verdienen muss und Lösungen für hohe technische Qualitätsanforderungen sucht, wird in blue ein hervorragendes, ausgereiftes Tool finden. Zur Zeit ist blue mit Sicherheit das modernste und innovativste NLE-System am Markt.

Wo sehen Sie das Produkt im Markt platziert? Wen erachten Sie als Hauptkonkurrenz?

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Adelstein: Die Produktkonzeption zielt auf den Highend-Bereich. Im Hinblick auf die Bandbreite der unterstützten Formate und die Performance ist blue dabei zur Zeit konkurrenzlos. Was das Feature Set betrifft, so sehen wir am ehesten die Composer-Line von AVID als Mitbewerb. Aufgrund der nicht stringenten Vergleichbarkeit der Produkte kann aber nicht immer von Konkurrenz gesprochen werden.

Welches Feature ist das Highlight von blue, und weshalb?

Adelstein: Jeder Anwender von blue wird sein ganz persönliches bevorzugtes Key Feature entdecken, je nachdem, für welche Anwendungen blue eingesetzt wird. Für mich persönlich steht „Every In – Any Out™“ ganz oben auf der Liste: Mit „Every In – Any Out“ sind nicht nur die zahlreichen physikalischen Ein- und Ausgänge gemeint, mit denen blue arbeiten kann, sondern vor allem die verschiedenen am Markt etablierten File-Formate, die verarbeitet werden können. blue kann z.B. auch mit Files, die auf Matrox- oder Pinnacle-Hardware gecaptured wurden, nativ, ohne eigentlichen Importvorgang, arbeiten. Dies stellt einen unglaublichen Zeit- und Qualitätsvorteil dar. Hinzu kommen noch die verschiedenen Kompression-Standards: blue kann in beliebiger Kombination die Formate DV, DVCPRO 25 und 50, MPEG-2, MPEG-IMX und Uncompressed nativ verarbeiten. Und dies innerhalb einer Timeline bei gleichzeitiger Echtzeit-Ausgabe aller Formate an den verschiedenen Ausgängen. Damit haben wir definitiv eine weltweite Alleinstellung.

Welche Nutzenvorteile hat der Anwender, wenn er blue einsetzt?

Adelstein: Der Nutzer kann mit einer hohen Effizienzsteigerung rechnen und darf sich außerdem auf einen hervorragenden Workflow und eine durchdachte Ergonomie freuen. Da die Aufmerksamkeit eines Cutters auf Bild und Ton liegen muss, sollte sie nicht „mutwillig“ davon abgelenkt werden. Auf farbige, selbstdarstellerische Bedienelemente haben wir daher verzichtet.

Der Idealzustand ist ein „transparentes“ Frontend, also eine Bedieneroberfläche, die der Benutzer nach einer gewissen Zeit des Arbeitens gar nicht mehr bemerkt. Der Anwender soll die Möglichkeit haben, das User Interface quasi „auszublenden“ und sich ausschließlich auf seinen Job zu konzentrieren – und genau das erlaubt ihm blue. Außerdem kann der User sein System individualisieren, indem er das Setup auf das Minimum an Bedienelementen einstellt, die er im Rahmen seiner persönlichen Arbeitsweise benötigt. Manchmal ist weniger mehr…

Über die ausgereifte Oberfläche hinaus, bietet blue ein auch auf Netzwerke ausgerichtetes Media Management, das jederzeit automatisch gesichert ist (InstantSave). Großen Applaus haben wir auch für unsere hochwertigen DVE – 16 Bit Genauigkeit pro Komponente, YUV-Processing, unbegrenzte Sub-Pixel-Genauigkeit und Background-Rendering durch InTime – erhalten. Neu bei blue sind eine Realtime Primary Color Correction und eine Secondary (selective) Color Correction. Und last but not least wartet blue mit einem leistungsfähigen TimeWarp Editor (DMC) für jegliche Art von Dynamic Motion-Effekten auf.

Was, glauben Sie, macht den Mythos von blue aus?

Adelstein: Der Traum vom optimalen Editing-Werkzeug. Dann natürlich der hohe technologische Anspruch des Konzeptes. Genau dieser hat allerdings auch zu Verzögerungen in der Produktentwicklung geführt. Unser Ehrgeiz im Hinblick auf die technischen Spezifikationen, die erfüllt sein mussten, war sehr groß. Einige der anspruchsvollen Funktionen von blue konnten erst heute realisiert werden, weil es entweder noch keinen Standard dafür gab (z.B. SDTI-CP) oder weil sie Voraussetzungen benötigten, die es erst noch zu entwickeln galt (z.B. Mix-Formate innerhalb einer Timeline). Obwohl es uns nicht immer leicht gefallen ist, bin ich heute froh, dass wir diesen steinigen Weg unbeirrt gegangen sind. Dass er richtig war, bestätigt uns der Markt bereits jetzt. blue hat die Marktreife erreicht, befindet sich in der Auslieferung und hält alle Versprechen, die wir eingegangen sind. Unsere bestehenden und zukünftigen Kunden können sich darauf freuen – und der Wettbewerb darf staunen…

Bleibt die Frage: Was kommt nach blue?

Adelstein: Jedes Produkt durchläuft nach seiner Markteinführung eine natürliche Evolution. Ich würde daher erst einmal weniger von der Zeit nach blue, als vielmehr von der Zeit mit blue sprechen. Und auf die freue ich mich nun schon seit drei Jahren… Übrigens befindet sich unsere blue Hardware bereits in der zweiten Generation und ist derzeit die modernste der Welt. Für Produkterweiterungen haben unsere Kunden und wir noch eine Menge guter Ideen auf Lager. Ganz zu schweigen von Entwicklungen wie HD und 24P. Die FASTstudio-Produktlinie ist noch jung. Ich garantiere ihr eine sehr hohe Lebenserwartung.

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