Microsoft stellt Armeen von Robotern in Aussicht

Microsoft hat die Roboterindustrie als lukrativen Zukunftsmarkt entdeckt. Die neu eingerichtete Robotics Group, angeführt vom langjährigen Bill-Gates-Mitstreiter Tandy Trower, soll dafür sorgen, dass der Konzern bei der Roboterforschung eine ähnlich zukunftsweisende Rolle einnimmt wie einst am Beginn des PC-Zeitalters.

Im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche hat Trower einen Ausblick auf die technologische Zukunft gewagt und ganze Armeen von Robotern in Aussicht gestellt.

„Die Situation der Roboterindustrie ist mit der Anfangszeit bei den PCs vergleichbar. Wir wollen die softwaretechnischen Voraussetzungen für eine breite Masse an Entwicklern schaffen und so den technologischen Fortschritt vorantreiben“, so Trower während seiner Keynote in Alpbach. Im Gespräch mit pressetext präzisiert Trower, dass der Begriff „Roboter“ möglichst weit gefasst werden muss. So seien heute im Prinzip auch intelligente ABS-Systeme in Autos oder autonom agierende Staubsauger als Roboter zu klassifizieren. Durch die auffallend breit gefächerte Diversität der Systeme habe die Industrie – analog zum frühen PC-Zeitalter – allerdings mit kaum überwindbaren Problemen bezüglich der technischen Heterogenität und Inkompatibilität zu kämpfen.

Microsoft will bereits vorhandene Lösungsansätze in einer übergreifenden Architekturlösung bündeln und so als Katalysator für technologische Innovationen in der Roboterforschung dienen. Mit der Bereitstellung eines Tool-Sets, das für die nicht-kommerzielle Entwicklung von Roboterapplikationen kostenlos verwendet werden kann, hat Microsoft den Grundstein für die eigene Positionierung gelegt. Das Tool-Set ist sowohl für die Weiterentwicklung von simplen Lego-Robotern als auch bei menschenähnlich gestalteten, komplizierten Robotertypen vorgesehen.

Neben der Weiterentwicklung von technischen Hilfssystemen in Autos und anderen alltäglichen Gebrauchsgegenständen sieht Trower vor allem in der Kranken- und Altenbetreuung, aber auch im militärischen Bereich enormes Potenzial für die Robotik. Durch die sinkenden Hardware-Kosten und steigenden Computing-Fähigkeiten werden in wenigen Jahren aber auch komplexere Roboter für Privatkonsumenten erschwinglich werden, prophezeit der Roboterexperte.

„Wenn es uns gelingt, die Kreativität vieler Personen in dieses Feld einzubringen, dann könnte die Robotik einen großen Boom erleben“, ist Trower überzeugt, der den Vorgang mit der Entwicklung des Internets vergleicht. „Solange nur wenige Experten mit komplizierten Programmiersprachen im Web etwas unternehmen konnten, wuchs das Internet nur langsam. Nachdem die Technik praktisch jedermann zur Verfügung stand und alle mit einfachen Hilfsmitteln eigene Web-Seiten kreieren konnte, ging die Post ab“, so Trower. Ähnliches sieht der Microsoft-Vordenker für die Entwicklung von Robotern voraus: „Oberstes Ziel ist, dass mehr Leute mitmachen können“.

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