Samwer-Brüder wollen 15 Mio. Dollar in Facebook pumpen

Analyst: "Bewertung ist ohne jegliche ökonomische Relation".

Die Samwer-Brüder wollen bis zu 15 Mio. Dollar in die US-Online-Social-Networking-Plattform Facebook http://www.facebook.com investieren und setzen damit ihre bisherige Beteiligungsstrategie im Internet-Geschäftssegment zielstrebig fort. Wie das Wall Street Journal heute, Mittwoch, berichtet, wollen die Gründer des Online-Auktionshauses Alando.de und des internationalen Klingeltonvertriebs Jamba ihr Interesse an Sozialnetz-Portalen auch künftig mit weiteren Anteilszukäufen forcieren. Trotz der Investitionszusagen seien jedoch noch keine Verträge unterzeichnet worden, heißt es aus eingeweihten Verhandlungskreisen.

„Obwohl die Umsätze von Facebook nicht so hoch ausfallen, bestätigt diese voraussichtliche Investition der Samwer-Brüder einmal mehr das Wettrüsten zwischen Microsoft, Google und Co um die Internet-Networking-Herrschaft“, sagt Erste-Bank-Analyst Ronald-Peter Stöferle im Gespräch mit pressetext. Laut dem Branchenkenner wachse Facebook von den Nutzerzahlen zwar sehr stark, dennoch sei die momentane Bewertung von Internet-Konzernen dieser Art „ohne jegliche ökonomische Relation“. „Es besteht zwar nicht die Gefahr eines erneuten Platzens der Internet-Blase wie im Jahr 2000, trotzdem sind in den aktuellen Bewertungen der Unternehmen viel Phantasien mit eingepreist“, unterstreicht Stöferle.

Insider bewerten das Investment im Zuge eines Beteiligungstrends als logischen Schritt, der sich vor dem Hintergrund überproportionaler Unternehmensbewertungen und Umsätze lohnt. Das Beteiligungsvorhaben der Samwer-Brüder an dem Social-Networking-Portal fällt jedoch auch in eine voluminöse Transaktionsreihe interessierter Mitbewerber. So investierten bereits der US-Softwareriese Microsoft http://www.microsoft.com 240 Mio. Dollar und der Chef des Mischkonzerns Hutchison Whampoa http://www.hutchison-whampoa.com rund 60 Mio. Dollar in Facebook. Gegenüber der Financial Times Deutschland sagte Oliver Samwer, dass das Investment „wichtig“ sei und dazu verwendet würde, den bevorstehenden Start von Facebook in Europa – und hierbei insbesondere in Deutschland – zu unterstützen.

Nach dem Verkauf von Alando.de an das Online-Auktionshaus eBay und dem Ausstieg der Samwer-Brüder aus Jamba konzentrierte sich das Investoren-Duo immer mehr auf den Web-2.0-Trend. Im Zuge dessen gründeten sie das Videoportal MyVideo http://www.myvideo.de und setzten ihre Beteiligungspläne an den Sozialnetzen LinkedIn sowie an StudiVZ um. Der daraufhin gegründete European Founders Fund arbeitet zudem mit dem deutschen Internet-Dienstleister United Internet zusammen. Mit dieser Geschäftsstrategie will man renommierten Social-Networking-Plattformen wie Xing http://www.xing.com Konkurrenz machen und den europäischen Wettbewerb weiter anheizen. Microsoft bewertet Facebook gegenwärtig mit einer Marktkapitalisierung von rund 15 Mrd. Dollar.

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