„Bis über das Limit“

DIGITAL PRODUCTION spricht mit Eric Westphal, Produktmanager eyeon, über den DCC-Nachwuchs und die Zusammenarbeit beim animago AWARD 2009

eyeon, eines der führenden Unternehmen in den Bereichen Compositing, Postproduktion, Visual Effects und Broadcast Graphics unterstützt den animago AWARD 2009 also Kategoriesponsor. DIGITAL PRODUCTION sprach mit Eric Westphal, eyeons Produktmanager Europe, über den Nachwuchs der Branche, die Zusammenarbeit und die Bedeutung des animago.

DP: eyeon ist Sponsor des diesjährigen animago AWARD. Wie schätzt hier das Standing des animago in der Branche ein. Warum ist es für Euch wichtig, mit an diesem Event teilzuhaben?

Eric Westphal: Der animago hat sich zum wichtigsten Wettbewerb seiner Art in Europa entwickelt, und jedes Jahr gibt es wundervolle Beiträge, die neue Techniken aufzeigen oder bestehende Programme bis über das scheinbare Limit ausreizen. Und das ist genau eine der Stärken von eyeon. Seit über 20 Jahren geben wir den Artists eine immer weiter wachsende Werkzeugsammlung an die Hand. Die Artists fordern neue Features, um neue Ideen umzusetzen, oder zeigen uns Anwendungsmöglichkeiten, an die unsere Entwickler noch nicht einmal in ihren kühnsten Träumen gedacht haben. So entsteht ein ständiger Kreislauf aus Wünschen der Anwender und neuen Features in Fusion. Dieses Feedback ist für uns sehr wichtig.

DP: Ihr sponsert die Kategorie beste Nachwuchsproduktion. Warum habt Ihr Euch dazu entschieden, genau diese Kategorie zu sponsern?

Eric Westphal: Der Nachwuchs ist in meinen Augen eine extrem wichtige Gruppe. Junge, talentierte Künstler, die über den Tellerrand des altbekannten hinausblicken, die ihre Ideen nicht mit millionenschweren Renderfarmen, sondern im stillen Kämmerchen umsetzen, sind die Produzenten, Regisseure und Supervisor der Zukunft.

Diese immense, kreative Kraft verdient eine hervorragende Produktionsumgebung, die im stillen Kämmerchen genauso funktioniert wie auf der millionenschweren Renderfarm. Fusion und Generation leisten genau das.

DP: Obwohl der animago diesmal mit vielen Kategorien auch in die Breite und ins Profi-Lager expandiert, muss also der Nachwuchs immer noch eine wichtige Sparte beim animago-Konzept bleiben?

Eric Westphal: Natürlich. Ohne Nachwuchs gehen auch dem besten Produktionsbetrieb irgendwann die Mitarbeiter aus. Ohne Nachwuchs fehlt das „frische Blut“ und die „radikalen Ideen“, über die manch Supervisor fluchen mag, die aber für die Dynamik und die Weiterentwicklung aktueller Produktionsprozesse und Sehgewohnheiten unabdingbar sind.

DP: Der Vorjahresgewinner der besten Hochschulproduktion („Our Wonderful Nature“) oder die jährlich veröffentlichten, tollen Arbeiten der Filmakademie Ludwigsburg zeigen ja, welches Potenzial in deutschen Hochschulen steckt. Können deutsche Hochschulen mit dem Niveau der spezialisierten, privaten Hochschulen aus den USA langsam mithalten?

Eric Westphal: Die Filmakademie nimmt mit Sicherheit eine Sonderstellung ein. Aber jede Schule hat das Potenzial, hervorragende Artists hervorzubringen. Wobei die Schule in meinen Augen immer nur einen gewissen Prozentsatz der Ausbildung ausmacht. Viel wichtiger ist der persönliche Einsatz jedes Einzelnen. Egal an welcher Schule ich bin, und egal wer meine Professoren sind. Es gibt mittlerweile unzählige Möglichkeiten, sich fortzubilden. Und auch wenn man als Praktikant bei einer Produktion zwei Monate lang nur Kaffee kocht, gibt das Hinstellen der Kaffeetasse an den Platz des Artist immer die Gelegenheit, ihm für ein paar Minuten über die Schulter zu sehen und neue Dinge zu lernen. Wer die Augen und das Herz offen hält, und wer wirklich ein Ziel vor Augen hat, wird mit Sicherheit ein guter Artist. Egal ob in Europa oder den USA.

DP: Wie schätzt Ihr den Arbeitsmarkt im Composing-Bereich für Fusion-Artists derzeit ein, wird dieser weiter expandieren?

Eric Westphal: Gerade der Markt für Fusion-Artists expandiert immer weiter. Immer mehr Firmen steigen auf Fusion um. Von den kleinen Boutiquen bis hin zu den größten Studios.

Wer mit Fusion umgehen kann, hat in der Regel einen Job. Auch deshalb ist Nachwuchsförderung für uns so wichtig. Der Markt verlangt nach Fusion Freelancern.

DP: Mit Eurer eigenen SWAT-Initiative wollt ihr ebenfalls dafür sorgen, dass Fusion respektive Generation-Artists auf Top-Niveau bleiben. Erzähle uns ein wenig über Konzept und Hintergrund. Hört das Training eines Compositing-Artist nie auf?

Eric Westphal: Herbert Grönemeyer hat mal gesungen „Stillstand ist der Tod“, und in diesem Sinne bin ich froh, dass unser ganzes Leben eigentlich ein immerwährendes Training ist.

Die SWAT-Initiative setzt an verschiedenen Stellen an. Zum einen wollen wir natürlich junge Artists an Fusion und Generation heranführen. Zum anderen steigen wie schon gesagt immer mehr Firmen auf Fusion um. Die Artists haben bereits jahrelange Erfahrung in Shake, AfterFX, Combustion oder Flame und wollen natürlich dieses Wissen möglichst schnell und problemlos auf Fusion übertragen.

Manchmal reicht es ja zu wissen, dass die Eingangstür in Shake links, und in Fusion rechts angeschlagen ist. Wenn man also erstmal den Türgriff gefunden hat, ist alles Weitere kein großes Problem mehr. Daher bieten wir mit SWAT verschiedene Trainingsmöglichkeiten an. Für Einsteiger, Umsteiger und Überflieger ist alles dabei, da unsere Trainer selber über langjährige Produktionserfahrung verfügen und wissen, worauf es ankommt.

DP: Der animago zieht nun ins deutsche Film-Mekka Potsdam-Babelsberg um. Was erwartet Ihr vom animago 2009?

Eric Westphal: Die Antwort ist in der Frage schon fast enthalten. Potsdam-Babelsberg genießt mit der zentralen Lage und der langen Filmhistorie eben genau dieses Mekka-Flair, und ist mit Sicherheit eine gute Wahl. Eine Veranstaltung ist aber immer nur so gut wie die Gäste, und da die sich – hoffentlich – nicht ändern werden, glaube ich, dass es genauso spannend, fröhlich, kommunikativ und erfüllend wird, wie in den Jahren zuvor. Vielleicht sogar noch besser. Und eben in Berlin.

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