CinePostproduction restauriert „Die unendliche Geschichte“

Für die am 6. Dezember erscheinende Blu-Ray-Edition zu Ehren Bernd Eichingers hat die CinePostproduction im Auftrag der Constantin Film einen der erfolgreichsten deutschen Kinofilme aufwendig restauriert.

Die CinePostproduction hat "Die unendliche Geschichte" restauriert und damit den heutigen Sehgewohnheiten angepasst. Eine der Herausforderungen bestand nach Angaben der CinePost darin, dass die  deutsche Fassung nur als Dup-Positiv vorlag. Damit unterschied sie sich deutlich von der hinsichtlich Schärfe, Farbbrillanz und Kornverhalten überlegenen – aber kürzeren – internationalen Fassung auf Originalnegativ. Mit einem speziell auf das Projekt zugeschnittenen Restaurierungsworkflow, dessen Herzstück die eigenentwickelten ReFine-Tools bilden, führte die CinePostproduction die Bildkorrekturen Shot für Shot durch.

Als Grundlage für die Restaurierung diente das Originalnegativ, so das Unternehmen, ergänzt um die fehlenden Sequenzen aus der um knapp 7 Minuten längeren deutschen Fassung vom Dup-Positiv. Ungewöhnlich für eine Blu-ray-HD-Restaurierung: Da es sich um ein Cinemascope-Format handelte, dessen anamorphotisch verzerrte Bilder nicht die volle Breite eines 35-mm-Negatives ausfüllen, entschied sich das Restaurierungsteam, die beiden Fassungen in 3K zu scannen. Dadurch konnte eine tatsächliche Auflösung von 2,5K auf die volle bildinhaltliche Breite des Negativs erzielt werden.

Nach der Bildanalyse jedes einzelnen Shots entwickelte die CinePostproduction einen Workflow, innerhalb dessen jedes einzelne Bild je nach Restaurierungsbedarf einer von acht Kategorien und damit unterschiedlichen Restaurierungsschritten mit den entsprechenden ReFine-Tools wie beispielsweise „Deflicker“,  „Dirt Removal“,  „Grain Management“ und „Stabilize“ zugeordnet wurde. Die Eigenentwicklungen ermöglichen eine effiziente und bildgenaue Angleichung von Helligkeitsschwankungen,  Bildstand-Stabilisierung, Schmutzentfernung oder Reduzierung des Filmkorns ohne wiederum Artefakte durch den Bearbeitungsprozess zu generieren. 

Auch die Farbkorrektur erforderte im Vorfeld viel Zeit für die Analyse des Looks verschiedener Kinokopien, Sendebänder und DVDs. Coloristin Meike Weimann dazu:
„Gerade bei Restaurationen ist es sehr wichtig, ein Gefühl für die damalige Farbgebung des Films zu bekommen, da es quasi keine Materialien mehr gibt, die das Werk in seiner Ursprünglichkeit zeigen. Kinokopien sind zum Beispiel von einem Farbdrift über die Jahre betroffen, und ältere Abtastungen sind mit den alten TV-Standards erstellt und geben nicht unbedingt das Werk in seiner Urfassung wieder.“

Michael Endes Geschichte hat noch lange nicht ausgedient, scheint es.

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