Drohnen-Führerschein soll kommen

Bundesverkehrsminister und CSU-Politiker Alexander Dobrindt hat nach der PKW-Maut ein weiteres neues Projekt: Die Einführung des Drohnen-Führerscheins inklusive neuer Nutzungsregeln für den gewerblichen und privaten Einsatz.
Eines der am meisten verbreiteten Drohnen-Modelle, Spreading Wings S1000 von Dji: www.dji.com/product/spreading-wings-s1000

Es stimmt: Drohnen-Aufnahmen sind gerne gesehen, die Geräte werden zunehmend preiswerter und deshalb steigt die Anzahl der fliegenden Flugaufnahme-Helfer am Himmel stetig. Leichte Drohnen, die sich mit dem Smartphone steuern lassen, sind fast überall für jedermann erhältlich. Ihr Einsatz ist aber bislang in Dobrindts Augen nicht ausreichend geregelt.

Um das Gefährdungspotential durch Kollissionen mit anderen Fluggeräten oder Abstürze zu minimieren, möchte Dobrindt die Nutzung neu regeln: Unter anderem müssen Drohnen mit einem Gewicht über 500 Gramm zukünftig registriert werden, damit sich die Besitzer des Geräts identifizieren lassen. Dabei soll zukünftig der Einsatz zu gewerblichen und privaten Zwecken unterschiedlich behandelt werden:

  • Beim gewerbliche Einsatz einer Drohne für landwirtschaftliche Belange oder zur Verkehrsüberwachung sollen die Einsatzmöglichkeiten erweitert werden.
  • Außerdem sollen Landesbehörden künftig Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Steuerers erlauben, wenn der sichere Betrieb nachgewiesen wird.‎ Bislang ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers grundsätzlich verboten.
  • Für gewerbliche Nutzer von Drohnen wird es einen Führerschein geben, für den fliegerische und luftrechtliche Kenntnisse in einer Prüfung nachzuweisen sind. Die Lizenz soll durch das Luftfahrt-Bundesamt erteilt.

Private Drohnen-Besitzer werden dagegen stark reglementiert:

  • Private Drohnen-Flüge werden verboten in einer Höhe von mehr als 100 Metern, außerhalb der Sichtweite des Steuerers, über Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen, Menschenansammlungen, Unglücksorten oder Katastrophengebieten und Einsatzorten von Polizei oder anderen Sicherheitsbehörden oder –organisationen, Kraftwerken und Anlagen der Energieerzeugung und –verteilung sowie Bundesfernstraßen und Eisenbahnlinien.

So weit so gut die Pläne klingen – viele Dinge bleiben bislang vage und konkrete Fragen konnte Dobrindt noch nicht beantworten: Wie beispielsweise Drohnen, die über internationale Online-Shops erworben werden, in Deutschland eine Kennzeichnung erhalten? Und wie sich im Detail die Flugverbotszonen durchsetzen lassen sollen? Soll beispielsweise die Integration von „Geofencing“, also eine automatische geografische Begrenzung, gesetzlich in die Software der Drohne vorgeschrieben werden?

Wir bleiben dran und schauen, was diese neuen Regelungen zukünftig konkret für Drohnenbesitzer bedeuten und ab wann der Führerschein eingeführt wird. Da auch die Maut-Pläne von Dobrindt aufgrund von Bedenken der EU-Kommission auf die lange Bank geschoben wurden, bleibt sicher noch ein größeres Zeitloch für Drohnen-Aufnahmen – auch noch ohne Führerschein-Dokument.

Hier zur Drohnen-News des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Wer sich noch nicht auskennt mit der Bedienung von Drohnen, dem sei dieser Einsteiger-Kurs von Udemy empfohlen. Für 110 Euro gibt es 7 Stunden Lernmaterial sowie eine Abschlussbescheinigung über das Erlernte.

3 KOMMENTARE

  1. Noch mehr Reglementierung – genau das brauchen wir.
    Aber an den wirklichen Problemen in Europa arbeitet keiner wirklich.
    In die kleinen, privaten Drohen Reglementierungen gleich fix in die Software einbauen.
    Die Profis versichern, ausbilden, informieren und die Geräte anmelden.
    Das reicht wirklich.

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