Getty Images rekrutiert Flickr-Nutzer

Agentur sucht nach professionellen Fotografen

Die internationale Bildagentur Getty Images sucht auf dem Yahoo-Portal Flickr nach potenziellen Mitarbeitern. Hobby-Fotografen, die hoch-qualitative Fotos auf Flickr posten, sollen in Zukunft per E-Mail dazu ermutigt werden, professionell für Getty Images zu arbeiten. Wie Yahoo und die Bildagentur bekannt gegeben haben, wurde eine Kooperation vereinbart, die es Getty Images erlaubt, die Foto-Community nach interessanten Fotos zu durchforsten. Ausgewählte Nutzer sollen die Möglichkeit erhalten, im Zuge des Projekts ihre Fotos als lizenziertes Profi-Material zu veröffentlichen. Die Quereinsteiger sollen zu denselben Konditionen bezahlt werden, wie die normalen Profi-Fotografen, die bei Getty Images unter Vertrag sind.

„Flickr beinhaltet mit zwei Mrd. Bildern nicht nur einen nahezu unerschöpflichen Fundus an Bildern, sondern ist zugleich eine der populärsten Plattformen für erstklassige Fotografien von ambitionierten Amateurfotografen“, meint Kakul Srivastava, General Manager Flickr, gegenüber pressetext. Den Nutzern eröffne die Partnerschaft mit Getty Images die Chance, in der größten professionellen Bilder-Datenbank Beachtung zu finden. Die Bildagentur werde die Nutzer direkt bezahlen. Details zu den finanziellen Vereinbarungen werden in Kürze bekannt gegeben. Das Copyright für die Bilder bleibe auch bei einer Veröffentlichung über Getty Images bei den Nutzern.

Dass Bildagenturen auch im Internet nach potenziellen Mitarbeitern suchen, scheint nicht ungewöhnlich. „Ich weiß auch von unseren Usern, dass immer wieder der ein oder andere professionelle Auftrag an Land gezogen wird“, erklärt Markus Hein, Geschäftsführer des Foto-Portals pixelio.de, auf Nachfrage von pressetext. In welchem Ausmaß dies geschehe, sei jedoch schwer einschätzbar. „Unsere Plattform ist an sich kostenlos – die Fotografen werden nicht bezahlt und auch die Verwendung der Fotos ist frei“, ergänzt Hein. Mancher semi-professionelle Fotograf nutze pixelio aber durchaus, um auf sich aufmerksam zu machen, um bezahlte Aufträge zu bekommen.

Getty Images erhofft sich, seinen bestehenden Katalog über die Flickr-Kooperation mit zusätzlichem Bildmaterial in bestimmten Bereichen bzw. aus speziellen Regionen der Welt zu erweitern. „Wir glauben, dass Flickr eine wichtige Ergänzung zu unserem Mix sein wird“, sagt Jonathan Klein, Mitbegründer von Getty Images. Außerdem erhoffe man sich mehr Authentizität von den Fotos, weil diese nicht zu kommerziellen Zwecken aufgenommen wurden. Gerade bei Werbetreibenden sei die bei Profis oft fehlende Authentizität heute sehr gefragt, meint Klein.

Yahoo soll für die Partnerschaft von Getty Images anteilsmäßig entlohnt werden. Details zu den finanziellen Vereinbarungen wurden allerdings nicht bekannt gegeben. Sowohl für Yahoo als auch für die Bildagentur sei die Kooperation aber keine Goldgrube – umso mehr würden die Flickr-Nutzer im Laufe der Zeit davon profitieren. Laut Angaben von Klein verrechnet Getty Images im Schnitt zwischen 500 und 600 Dollar für ein urheberrechtlich geschütztes Bild, das dann von seinen Kunden für eine bestimmte Zeit benutzt werden darf. Die Fotografen selbst erhalten zwischen 30 und 40 Prozent des Geldes.

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