Auf der Erfolgswelle

Das Münchner Unternehmen ScanlineVFX gewann 2009 den animago AWARD in der Kategorie „Beste Filmproduktion“ für die Darstellung des gigantischen Wassergottes in „Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia“. Zuletzt setzte Scanline sein Know-how im Emmerich-Blockbuster „2012“ ein. In welche neuen Projekte Scanline involviert ist und welche Workflows entwickelt werden, verrät Geschäftsführerin Ismat Zaidi im Interview.

Was den Bereich der Fluid-Simulation anbelangt, hat sich Scanline mit der Software Flowline ein internationales Renommee verschafft, sodass den Münchnern keiner so leicht das Wasser reichen kann. Überdies hat das Unternehmen vor zwei Jahren einen amerikanischen Standort und in München 2010 ein Commercial Department aufgebaut. Scanline steuert also in Übersee wie auch in heimischen Gewässern gezielt lukrative Geschäftsfelder an. Welche Bereiche, zum Beispiel Stereo 3D, es noch zu erschließen gilt, erklärt Geschäftsführerin Ismat Zaidi im Interview.

DP: Frau Zaidi, können Sie uns schon etwas über Ihre nächsten Filmprojekte sagen?

Ismat Zaidi: ScanlineVFX München und LA haben derzeit „Gulliver“ für Fox, „Hereafter“ für Clint Eastwood, Joel Silvers „The Apparition“ sowie den neuen Otto-Film „Otto‘s Eleven“ in der Pipeline. Dazu kommen zwei weitere nationale Feature-Film-Produktionen „Dschungelkind” und „2016 – Das Ende der Nacht” sowie wie das TV Event Movie „VISUS – Das Vermächtnis der Arche (AT)”.

Für den Spätherbst und Winter freuen wir uns auf die Arbeiten am zweiten Teil von „Wickie und die starken Männer“: „Wickie auf großer Fahrt“. Die stereoskopischen Dreharbeiten für den ersten deutschen 3D-Film beginnen im August 2010. Bei einem weiteren Projekt sind wir nach wie vor zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet, auch wenn wir wahnsinnig gerne darüber berichten würden.

DP: Sie haben 2010 ein Commercial Department gegründet. Hat sich die Nachfrage im Werbemarkt so stark vergrößert?

Ismat Zaidi: Commercials haben uns immer schon interessiert, gerade in diesem Bereich kann man oft sehr innovative Projekte realisieren. Leider mussten wir in den vergangenen Jahren manchmal aufgrund von zu starker Auslastung sehr spannende nationale und internationale Projekte im Werbebereich ablehnen und haben uns nun entschlossen, ein eigenes Department für Commercials aufzubauen. Gerade nach der sehr positiven Erfahrung bei dem Milka-Weihnachtsspot freuen wir uns auf die Herausforderungen, die dieser Markt so mit sich bringt.

DP: Welchen Stellenwert hat bei ScanlineVFX Stereo 3D?

Ismat Zaidi: An dem Thema Stereoskopie kommt derzeit kein Filmschaffender vorbei. Um unseren Workflow optimal auf die kommenden Projekte abzustimmen, haben wir unseren eigenen 3D-Kurzfilm stereoskopisch gedreht und sind gerade dabei die Bearbeitung der diversen 3D, Greenscreen, Wireremoval und Retuschen abzuschließen. Bei diesem Projekt konnten wir ungemein wertvolle Erfahrungen beim Dreh und natürlich bei der Postproduktion sammeln. ScanlineVFX hat bereits in den vergangenen Jahren an stereoskopischen Projekten wie beispielsweise „Sea Monsters“ für Imax 3D oder für den 3D Motion Ride „Lissi und die wilde Kaiserfahrt“ der Bavaria-Filmtour gearbeitet. Somit sind wir bestens auf die Stereo-3D-Projekte der Zukunft vorbereitet.

DP: Was sind Ihre Ausstattungs-Highlights und wo stehen noch Investitionen an?

Ismat Zaidi: Nun ja, zum einen haben wir unsere interne Software-Entwicklung, ein lang erprobtes Team, das unseren Artists bei allen Aufgaben zur Seite steht. Des Weiteren haben wir, wie gesagt, unseren stereoskopischen Workflow ausgebaut und ausgefeilt. Ich denke als Nächstes werden wir uns mit dem stereoskopischen DI beschäftigen, da das digitale Grading gerade im stereoskopischen Bereich wieder neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich bringt.

DP: Die Eröffnung des zweiten Standortes in LA ist über zwei Jahre her. Ihr Fazit?

Ismat Zaidi: ScanlineVFX LA hat sich über all unsere Erwartungen hinaus unglaublich schnell etabliert und mittlerweile einen sehr guten Ruf erworben. Das Team in LA entspricht in ungefähr der Größe des Münchener Standortes. Die Entscheidung für diesen Standort war eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre und wir sind selber von dem Erfolg und der rasanten Entwicklung von ScanlineVFX LA überrascht und natürlich extrem begeistert.

DP: Was sind Vorteile Ihrer globalen Pipeline?

Ismat Zaidi: Wir konnten dadurch bei einigen Projekten Engpässe und eventuelle Verschiebungen der Abgabe aufgrund unserer Pipeline vermeiden. Zudem bekommen wir nun viel öfter die Gelegenheit bei internationalen Projekten unseren Beitrag leisten zu können. Für ScanlineVFX ist das die einzige logische und sinnvolle Entwicklung und sie hat sich bisher bestens bewährt.

DP: Warum werden immer öfter deutsche Studios für Blockbuster-VFX herangezogen?

Ismat Zaidi: Ich denke die internationalen Produktionsfirmen haben aufgrund ihrer Erfahrungen nun endlich verstanden, dass „VFX made in Germany“ qualitativ durchaus mithalten können. Die modernen Kommunikationsmittel ermöglichen eine reibungslosere Zusammenarbeit. Aber die Präsenz der Firmen vor Ort wie ScanlineVFX LA trägt auch sehr stark zur Vertrauensbildung – gerade bei den amerikanischen Produktionen – bei.

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