Mr Hublot

Startschuss: Für den animago AWARD 2014 können Beiträge eingereicht werden! Die DP zeigt euch hier den animago-Gewinner 2013 in der Kategorie "Beste Character Animation".

Das Projekt "Mr Hubolt" war im Jahr 2013 der animago-Gewinner in der Kategorie "Beste Character Animation" und gewann dieses Jahr den Oscar in der Kategorie "Bester Kurzfilm".

Der Zuschauer wird in das computergenerierte Szenario einer futuristischen Stadt geführt und weiter in die Wohnung von Mr Hublot. Als ein Gefährte in dessen Leben tritt, verändert sich seine einsame Alltagsroutine. Der stereoskopische Kurzfilm des luxemburgischen Studios Zeilt Productions entstand in Koproduktion mit Arte France.

Die Welt des Mr Hublot ist das Universum des belgischen Skulpteurs Stéphane Halleux. Er sieht seinen Hublot als Referenz an Frankreichs Kinolegende Jacques Tati und dessen Kinofigur Monsieur Hulot. Auch der Animationsfilmheld lebt in einer absurden Welt. „Da gibt es Charaktere, die zusammengeflickt, zusammengenäht sind, mit mechanischen Teilen, die enorme Fahrzeuge steuern. Es ist eine Welt, wo die Mechanik übermäßig ist und das vorbestimmte Recycling alles beherrscht“, sagt Halleux über die Welt des Films. Darin trägt der Filmheld Hublot, wie alle Menschen, allerlei Technik an Körper und Kopf. Es ist eine nur beinahe „schöne“ neue Parallelwelt. Denn es geht ziemlich laut und schmutzig zu und nicht alles scheint zu funktionieren. Hublot leidet darunter und entscheidet sich für eine selbst gewählte beschauliche Einsamkeit in seiner Dachwohnung. Da: Einem kleinen Roboterhund droht der Shredder! Hublot nimmt das mechanische Tier zu sich und fortan ist beider Welt in Ordnung. Allerdings, der Hund scheint ziemlich gefräßig zu sein. Und wächst und wächst und wächst. Irgendwann wird die Wohnung zu klein. Da greift Hublot zum Akkuschrauber …

Die Inszenierung eines Universums

Für Laurent Witz begann alles mit der Idee, das Universum seines Freundes Stéphane Halleux auf die Leinwand beziehungsweise den Bildschirm zu bringen. „Es war wichtig, Hintergründe und einen literarischen Aspekt zu schaffen, um den Charakteren ihr Leben zu geben.“ Die Finanzierung beanspruchte ein Jahr und konnte nach dem Einstieg von Arte als Koproduzent und mit Förderungen aus Luxemburg und Frankreich abgeschlossen werden. „Mr Hublot“ liegt sowohl in 2D als auch in einer stereoskopischen Version vor. „Die Produktion in 3D-Stereoskopie, komplett als CGI und mit einem hohen Grad an Details, war eine enorme Herausforderung. Daher dauerte es etwas länger als geplant, bis der Film im Mai 2013 fertig war.“ Beteiligt waren 40 Artists und der Koregisseur Alexandre Espigares. Mickael Coedel, bei ILM tätig, unterstützte die Produktion aus den USA via Skype als Animation Supervisor. Hilfe bei einem Shot gab es von Jamaal Bradley von Dreamworks.

Render-Power aus Fernost

Das kleine Studio in Luxemburg, das zum ersten Mal einen stereoskopischen Film produzierte, wäre ohne Hilfe von außen an der Technik – vor allem den Rechenzeiten – gescheitert. „Wir brauchten eine Menge mehr Computer als wir im Studio zur Verfügung hatten. Wir hätten die zehnfache Rechenleistung gebraucht, um eine Rechenzeit von zwei Stunden je Bild zu erreichen.“ Hilfe in der Not fand sich im Fernen Osten und in der Cloud: „Glücklicherweise bekamen wir Unterstützung von der Fox Render Farm, die den Film sponsorten und unser Material kostenlos bearbeiteten. Wir übernahmen die Kontrolle ihrer Computer und bearbeiteten so eine große Zahl von Shots und Bildern von unserem Studio aus. Das war eine riesige Hilfe.“ Aus Zeit- und Budgetgründen gab es keine Möglichkeit zur Korrektur von Fehlern; einzelne Shots konnten nicht wiederholt werden. „Umso sorgfältiger waren wir in der Pre-Production. Wir haben Farben und Lichtsetzung ausführlich getestet. Dann haben wir für jeden Shot sehr detaillierte 2D-Illustrationen angefertigt. Sobald sie vom Regisseur abgenommen waren, arbeiteten wir an der 3DAusleuchtung.“ So konnte das Team bestens vorbereitet in die Hauptphase der Produktion gehen. Die Stereoskopie erforderte des Weiteren grundsätzliche Entscheidungen über den Ablauf der Produktion. Um Fehler, wie etwa unterschiedliche Texturen einzelner Objekte in den beiden „Augen“ zu vermeiden, entschied man, zunächst eines der stereoskopischen Teilbilder des Films komplett zu produzieren. Von den Regisseuren gewünschte Korrekturen mussten also nur in einem Teilbild vorgenommen werden. Erst nach der Abnahme des fertigen Films wurde der stereoskopische Prozess bei Level S3D in Paris mit Mistika von SGO durchgeführt. „Die Herausforderung und Komplexität des Projekts haben nicht dazu geführt, dass wir von den technischen Aspekten überwältigt wurden. Wenn Probleme auftauchten, haben wir daran gearbeitet und eine Lösung gefunden. Aber letztlich haben wir uns den Blick auf die künstlerischen Aspekte bewahrt.“ Und so zieht Laurent Witz sein Fazit: „‚Mr Hublot‘ war drei Jahre lang ein großes Abenteuer.“ Das unter anderem mit dem Grand Prix des „Dimension 3D“-Festivals 2013 für Stereokopiefilme in Paris belohnt wurde.

Hier der Traile zu Mr Hublot

Alle weiteren Informationen zur animago AWARD & CONFERENCE finden Sie hier: www.animago.com

Kommentar schreiben

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.