Neuer Rec.2100-Standard für HDR-TV

Der neue Standard HDR-TV BT.2100 der International Telecommunication Union (ITU) soll TV-Zuschauern Bilder mit einer höheren Helligkeit und größerem Dynamikumfang nach Hause liefern.

Die ITU-R HDR-TV Recommendation BT.2100 baut auf dem 2015 verabschiedeten UHDTV BT.2020 auf. Sie soll dafür sorgen, dass das Fernsehprogramm alle Vorteile der neuen und wesentlich helleren Display-Technologie mit einem größeren Dynamikumfang nutzt. Durch HDR-TV sollen mit Sonnenlicht beleuchtete Außenszenen wesentlich heller und natürlicher wirken und schwach beleuchtete Innen- und Nachtaufnahmen verbessert werden, indem mehr Details in dunklen Bereichen sichtbar sind.

2 Spezifikationen

Zur Produktion von HDR-TV stehen zwei Spezifikationsoptionen zur Verfügung: Die Perceptual Quantization (PQ) Spezifikation erreicht durch eine Transferfunktion, die auf die menschliche Wahrnehmung abgestimmt ist, einen großen Helligkeitsumfang. Die Hybrid Log-Gamma (HLG) Spezifikation bietet dagegen bis zu einem gewissen Grad Kompatibilität mit bisherigen Displays und passt sich näher der gängigen TV-Transfer-Kurve an. Die ITU-Empfehlung beschreibt darüber hinaus auch einen einfachen Konvertierungsprozess zwischen diesen beiden HDR-TV-Optionen.

Drei Auflösungsstufen

TV-Produzenten können bei dem neuen Standard zwischen drei Auflösungsstufen für die Produktion wählen: HDTV (1.920 x 1.080), UHDTV 4K (3.840 x 2.160) und UHDTV 8K (7.680 x 4.320), von denen alle eine progressive Darstellung mit erweitertem Farbraum sowie einen Frameraten-Bereich in der ITU’s UHDTV Recommendation BT.2020 verwenden.

Mehr zu dem neuen Rec.2100-Standard für HDR-TV finden Sie in diesem PDF von der ITU.

HDR aktuell in der Praxis

Während der Zug in Sachen Hardware, Content und HDR-fähige Schnittstellen wie gewohnt bei neuen Standards nur extrem langsam Fahrt aufnimmt, sehen Netflix und Amazon Prime HDR bereits als das nächste „große Ding“. „Marco Polo“ ist die erste Serie, die bereits in HDR „verfügbar ist“ (kaum einer wird sie sich aufgrund der fehlenden Geräte und Übertragungswege tatsächlich in HDR ansehen können). Vor allem im Medizinbereich setzt man bereits auf HDR-Darstellungen, denn gerade bei Röntgenbildern ist es entscheidend, kleinste Strukturen erkennen zu können. Während einige Hardware-Hersteller proklamieren HDR-fähige Geräte zu verkaufen, nutzen diese nach wie vor noch nicht den definierten Standard. Derzeit ist die HDR-Ausspielung noch in der Entwicklung und wird relativ frei ausgelegt, ähnlich wie es sich damals bei HD-ready-Geräten verhielt.

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