Der Weg zum Förderantrag

Ein Start-up hat es in heutiger Zeit nicht einfach und schon zweimal nicht im Bereich der digitalen Medienproduktionen mit innovativer Software, die im Unternehmen selbst entwickelt wird. Das Agenturwesen wächst rasant, und um im breit gefächerten Visualisierungsbereich mithalten zu können, benötigt man genügend Finanzmittel, um auch mal die eine oder andere Durststrecke durchhalten zu können, bis Angebote abgezeichnet werden und/oder notwendige Verträge unter Dach und Fach sind.
Der Weg zum Förderantrag
Der Weg zum Förderantrag

Zu Beginn der Selbstständigkeit muss man die schwierige Gründungsphase erfolgreich hinter sich bringen, um eine Marktposition zu erreichen, die den benötigten Bodensatz für das eigene Unternehmen erzeugt. Die erste Etappe auf dem Weg in eine erfolgreiche Selbstständigkeit als Unternehmer beziehungsweise Unternehmerin sollte somit geschafft sein.
Ab diesem Punkt geht es um den Auf- und Ausbau des eigenen Studios. Für größere Projekte und vor allem eine größere Anzahl an Aufträgen müssen zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und die technische Infrastruktur auf ein neues Niveau gehoben werden. Gerade wenn man mit großen Partnern zusammenarbeiten möchte, wird man in der Regel mit einer Liste an benötigten Voraussetzungen symbolisch begrüßt.
Es liegt auf der Hand, dass unter Umständen einfach nicht genügend Finanzmittel zum Projektzeitpunkt zur Verfügung stehen. Größere finanzielle Sprünge sind schlichtweg nicht möglich. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn man zum Erhalt von Aufträgen größere finanzielle Investitionen oder Aufwendungen tätigen muss. An dieser Stelle rücken die Themen Finanzierung und Förderung sehr stark in den Fokus.
Die Finanzierung des eigenen Studios und die Förderung des Aufbaus können sich als knifflige Aufgaben entpuppen. Europaweit gibt es über 6.000 Förderprogramme für kleine und mittelständische Unternehmen – kurz KMUs. Hier muss man vor allem die Abgrenzung zwischen einem Start-up zu einem bereits länger bestehenden KMU kennen und zu nutzen wissen. Daher ist es wichtig, das Thema Förderung und Finanzierung Schritt für Schritt genauer zu betrachten und die wichtigsten Aspekte zu verinnerlichen. Das Thema Fördermittel ist äußerst komplex, da zunächst eine Vielzahl an Voraussetzungen geprüft und im Anschluss die Richtlinien der geeigneten Fördermaßnahmen analysiert werden müssen.

Der Wunsch einer Förderung

Die rudimentäre Suche nach Fördertöpfen ist relativ einfach. Der Klassiker ist die bewährte Suchmaschine, die die jeweiligen Institutionen aufzeigt, auf deren Homepage man erneut nach Förderprogrammen suchen darf. Alternativ wälzt man sich durch unzählige Gründermagazine oder speziell auf Gründer zugeschnittene Portale. Zwischen all den Zahlen und Anlaufstellen gibt es bestimmte Gedanken, die man sich zuvor machen sollte. Man muss sich darüber im Klaren sein, was eine Förderung im Detail ist und wie man als Unternehmer beziehungsweise Unternehmerin damit umzugehen hat.

Förderarten

Zunächst aber eine Einführung in die Arten der Förderung. Bevor man sich aktiv auf die Suche nach einer Stelle für die Förderung und Finanzierung macht, sollte man wissen welche Arten überhaupt vorhanden sind. Die gängigsten Arten der Förderungen lassen sich symbolisch in eine viergeteilte Pyramide einordnen.
Im untersten Feld befinden sich die Beteiligungen. Beteiligungen sind für frisch gegründete Start-ups normalerweise uninteressant. Wenn man gerade ein Unternehmen etabliert hat, dann hat man nicht im Sinn, Investoren mit ins Boot zu holen und damit nicht mehr Herr oder Frau des Geschehens zu sein und die Eigentumsrechte zu verwässern. In der späteren Unternehmensentwicklung, insbesondere in der Skalierung des Geschäftsmodells, kann sich das jedoch ändern.
Oberhalb der Beteiligungen befinden sich die Bürgschaften. Das zweitoberste Feld in der Pyramide beinhaltet die Darlehen und an der Spitze sind die allseits hoch begehrten Zuschüsse. Zuschüsse freuen sich größter Beliebtheit, da sie von den jeweiligen Zuschussempfängern nicht zurückgezahlt werden müssen. Hierbei gilt zu bedenken, dass die Anforderungen für Zuschüsse auch am höchsten sind.

Das größte Fördermittelangebot besteht im Bereich der Darlehen. Nun ist es so, dass Start-ups grundsätzlich – wenn überhaupt – keine großen Sicherheiten vorweisen können. Die wenigsten Gründer und Gründerinnen können als Sicherheit einen Maschinenpark oder gar eine Grundschuld hinterlegen. Möchte man aber bei der Hausbank ein Darlehen aufnehmen, dann werden Sicherheiten benötigt.
Um den Mangel an Sicherheiten und das eventuell nicht vorhandene Eigenkapital zu kompensieren und die Lücke zu schließen, kommen Bürgschaftsbanken für eine sogenannte Ausfallbürgschaft ins Spiel.
Ein weiterer Aspekt, den man in Betracht ziehen sollte, bevor man eine Suche beginnt, sind die unterschiedlichen Ebenen, auf denen unterschiedliche Fördertöpfe vorhanden sind.
Als allererstes beginnt man meist mit der Suche auf der Landesebene, da die unterschiedlichen Bundesländer teilweise spezielle Förderprogramme für Existenzgründer und KMUs bereitstellen und bestimmte Regionen – je nach wirtschaftlicher Entwicklung – mit lukrativen Fördermittelangeboten unterstützen, zum Beispiel bei Förderungen des ländlichen Raums. Sollten dort keine passenden Töpfe verfügbar sein oder nicht ins Konzept oder den Businessplan passen, dann geht die Suche weiter auf Bundes­ebene.
Sowohl bei Landes- als auch bei Bundesfördermitteln werden – in Abhängigkeit der politischen Ausrichtung – stets auch sogenannte Modethemen aufgegriffen, wie zum Beispiel Digitalisierung und Industrie 4.0. Wenn der Fall eintritt, dass selbst auf Bundesebene keine geeigneten Fördermittel angeboten werden, dann wird auf europäischer Ebene nach Fördermöglichkeiten gesucht, unter Umständen mit Verbundprojekten.

Zweckgebundene Fördermittel

Es empfiehlt sich, die eigene Suche auf das Land und den Bund zu beschränken und dort in erster Linie nach Zuschüssen und zinsvergünstigten Darlehen zu schauen. An dieser Stelle wurde ein sehr wichtiger Punkt noch nicht aufgegriffen: Fördermittel sind in erster Linie zweckgebunden.
Man muss sich im Klaren sein, für was genau die Fördermittel benutzt werden sollen. In der Regel stellt man an diesem Punkt relativ schnell fest, dass man eine detaillierte Analyse des eigentlichen Bedarfs an Finanzmitteln nebst Rückzahlungsmodalitäten aufstellen muss. Und jetzt kommt der Knackpunkt: Die Analyse muss haargenau mit den unterschiedlichen Förderprogrammen abgeglichen werden.
Während man also dabei ist herauszuarbeiten, ob die Fördermittel für eine Investition, eine Innovation oder für die Erlangung von Betriebsmitteln benötigt werden, merkt man, dass jedes Fördermittel ganz eigene Richtlinien und Kriterien besitzt. So kann ein Förderprogramm für Investitionen gegebenenfalls den Ausschluss für eine (teilweise) Verwendung für Betriebsmittel vorsehen.

Hilfe?

Da die Formulierung der Förderprogramme beziehungsweise der zugrunde liegenden Richtlinien und Antragsformulare stark juristisch geprägt ist, fällt die Analyse und Prüfung zumeist einem Großteil von Start-ups schwer. Da die Beantragung von Fördermitteln bei absichtlich oder unabsichtlich getätig­ten Falschangaben auch haftungsrechtliche Risiken mit sich führt, ist es ratsam, auf eine professionelle Fördermittelberatung zurückzugreifen.
Hier sind sowohl selbstständige Fördermittelberater als auch Beratungsangebote der IHK oder anderer (lokaler oder regionaler) Wirtschaftsförderer zu nennen. Grundsätzlich darf sich jeder mit dem Begriff Unternehmens- oder Fördermittelberater schmücken, da hierzu keinerlei verbindliche Qualifikationsvoraussetzungen zu erfüllen sind.
Bei selbstständigen Fördermittelberatern empfiehlt es sich deshalb, vorab eine Recherche zu betreiben sowie deren Referenzen und das Honorarmodell zu prüfen. So kann es passieren, dass ein wenig qualifizierter Berater für den Fördermittelantrag wichtige Punkte weniger stark berücksichtigt oder gar übersieht, was sich entsprechend negativ auf die Bearbeitungszeit oder den Erfolg des Antrags insgesamt auswirken kann. Grundsätzlich werden Erstgespräche auch von selbstständigen Fördermittelberatern unentgeltlich angeboten. Da die für eine detaillierte Fördermittelanalyse notwendige Arbeitszeit des Beraters von der Komplexität und Anzahl an Fördermitteln für den gewünschten Zweck abhängt, lässt sich kein genauer Zeitrahmen für die Analyse bestimmen.
Benötigt man eine Fördermittelberatung beziehungsweise -analyse in einem sogenannten Modethema wie der Digitalisierung, dann müssen von dem Fördermittelberater unter Umständen mehr als 30 Zuschüsse und Darlehen untersucht und analysiert werden. Bewegt man sich hingegen in Nischenförderungen, kann die Zahl der zu prüfenden und zu analysierenden Förderprogramme überschaubar sein. Gleichwohl sollte der Antragsteller beziehungsweise das Start-up darauf achten, dass das Beratungshonorar einen Kostendeckel oder eine Beratungspauschale vorsieht oder die Vergütung bestenfalls erfolgsabhängig erfolgt.
Abgesehen von unabhängigen Fördermittelberatern gibt es noch die Möglichkeit, auf die zuvor angesprochenen regionalen Beratungsunternehmen zurückzugreifen. In den meisten Fällen ist es so, dass in dieser Branche das Erstgespräch mit einem versierten Berater kostenfrei ist. Auf dem Erstgespräch aufbauend wird zusätzlich ein sogenanntes Maßnahmenprotokoll erstellt nebst einem Angebot für die weiteren Schritte. Danach kann man sich in Ruhe überlegen, ob man die Schritte gehen möchte oder ob man doch einen anderen Weg einschlägt.
Wie die Vergütung der jeweiligen Schritte und angebotenen Dienstleistungen vonstatten geht, ist unterschiedlich. Hierbei kommt es auch auf die Fördersumme an, um die es geht. Eine professionelle Fördermittelberatung ist grundsätzlich unabhängig von der Fördersumme. Im Optimalfall ist das Beratungsangebot so gestaltet, dass bei nicht rückzahlbaren Zuschüssen und zinsverbilligten Darlehen erfolgsabhängig gearbeitet wird. Es fällt insoweit nur dann ein Honorar an, wenn der Antragsteller beziehungsweise das Start-up im Rahmen eines Zuschuss- oder Darlehensprojekts Fördermittel erhält. Die Frage bleibt offen, wie die Honorarhöhe üblicherweise ausfällt. In der Branche werden bei Darlehensprojekten Honorare – in Abhängigkeit der Förderhöhe – zwischen 1 % und 1,5 % der Darlehenssumme fällig.
Bei Zuschüssen sieht es etwas anders aus. Bei einem erfolgreichen Zuschussprojekt fallen in der Regel bis zu 12,5 % der eingehenden und verbleibenden Fördermittel als Honorar an. Daher kann es durchaus Sinn machen, bei niedrigeren Summen auf die Beauftragung eines selbstständigen Fördermittelberaters zu verzichten.
Sieht die Honorarvereinbarung eines selbstständigen Fördermittelberaters keine erfolgsabhängige Vergütung vor, entstehen bei Start-ups entsprechende Beratungsaufwendungen und Liquiditätsabflüsse. Aus diesem Grund gilt es von Seiten des Start-ups abzuwägen, ob man sich nicht zunächst einmal an einen kostenlosen Berater, zum Beispiel die hiesige IHK, oder eine lokale Wirtschaftsförderung wenden soll.
So bietet als Beispiel das St. Georgener Technologiezentrum als lokaler Wirtschaftsförderer durch deren Geschäftsführung Start-ups eine kostenfreie Fördermittelberatung an.
Die drei zuvor angesprochenen Parteien sind natürlich nicht die einzigen Möglichkeiten, wie man zu einer Fördermittelberatung gelangt. Man darf sich natürlich auch auf den Weg zur Hausbank machen und dort nach einer Beratung fragen. Im Hinterkopf sollte man sich unbedingt bewusst machen, dass die Hausbank am liebsten die eigenen Produkte und Dienstleistungen empfiehlt und promoten möchte, zumal die Margen für die Vermittlung von Fördermitteln für die Hausbanken eher gering ausfallen. Daher kann es vorkommen, dass das eine oder andere interessante Fördermittelprogramm nicht aktiv in den Beratungsfokus der Hausbank rückt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Finanzierungen und Förderungen sind ein wichtiger Bestandteil, wenn es darum geht, das eigene Unternehmen am Leben zu halten und auszubauen. Doch so ein Förder­antrag birgt auch Risiken, derer man sich bewusst sein sollte. Die Rede ist natürlich von der Haftung.
Wer haftet, wenn etwas schiefgehen sollte? Auch wenn von allen Seiten begünstigten Förderungen und Zuschüssen empfohlen werden, sollte man sich bewusst sein, dass ein Fördermittelantrag nicht nur Mittel zum Zweck ist, sondern unbedingt nach bestem Wissen und Gewissen wahrheitsgemäß ausgefüllt werden muss – und das potenziell erhaltene Fördermittel ausschließlich zweckgebunden eingesetzt werden müssen. Man besitzt dementsprechend eine Nachweispflicht gegenüber den Institutionen, die die Fördermittel bereitstellen. Daher ist es von großer Wichtigkeit, auf schwammige Informationen zu verzichten und möglichst genaue Angaben zu machen.
Die Nachweispflicht wird durch Protokolle erbracht, die eingereicht und überprüft werden. Man kann nicht einfach einen Förderantrag stellen und zum Beispiel fiktive Mitarbeiter eintragen, die für bestimmte Bereiche zuständig sind, oder Praktikanten anstelle von ausgebildeten Fachkräften angeben. Bewusste Falschangaben stellen eine Betrugshandlung dar, die neben der sofortigen Rückzahlung der erhaltenen Fördermittel gemäß § 264 Abs. a StGB zusätzlich mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet wird.
Wer an dieser Stelle für den Betrug haftet, ist einfach: der Antragsteller! Er – und nicht der Berater – unterschreibt den Förderantrag. Grundsätzlich sollte man als Gesellschafter eines Start-ups, das in Form einer Kapitalgesellschaft gegründet wurde, sich nicht der Illusion einer persönlichen Enthaftung preisgeben. Eine persönliche Haftung kommt trotz einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zumeist dann ins Spiel, wenn die Gesellschaft entweder das zum Teil bei Förderprogrammen notwendige Eigenkapital nicht aufweisen kann oder die Hausbank bankübliche Sicherheiten verlangt, die durch die Gesellschaft selbst nicht erfüllt werden können.

Insolvenzen

Neben der zuvor beschriebenen Haftung bei Betrugshandlungen haftet ein Start-up-Unternehmer unter anderem auch im Falle einer Insolvenzverschleppung. Da innerhalb der ersten 3 Geschäftsjahre viele Start-ups ihre Geschäftstätigkeit aufgrund von Verlusten oder fehlender Liquidität wieder einstellen, sind Insolvenzen bei Start-up-Unternehmen keine Seltenheit. Selbst bevor der Insolvenz­antrag eingereicht wurde, tritt das böse Erwachen auf.
Stichwort: mangelnde Sorgfalt. Als Unternehmer beziehungsweise Unternehmerin hat man keinen freien Handlungs- sowie Entscheidungsspielraum. So hat laut §43 Abs. 1 GmbHG der Geschäftsführer die Sorgfalt „eines ordentlichen Geschäftsmannes“ an den Tag zu legen. Stellt der Geschäftsführer beziehungsweise die Geschäftsführerin nicht rechtzeitig den notwendigen Insolvenzantrag, so wird eine gefürchtete Instanz alarmiert, nämlich die Staatsanwaltschaft.
Nehmen wir an, die Insolvenzreife der Kapitalgesellschaft wurde deutlich überschritten, bevor der Insolvenzantrag gestellt wurde. Zahlungen, die durch den Geschäftsführer beziehungsweise die Geschäftsführerin nach diesem Reifestatus geleistet wurden, müssen dann aus der eigenen Tasche in die Insolvenzmasse oder Firmenkasse eingezahlt werden. Die Regelung wird im Falle eine Krise sogar deutlich verschärft. Das ist nachzulesen in § 64 GmbHG.
Mangelnde Sorgfalt ist aber nur eine Art, um in die persönliche Haftung zu rutschen. Der nächste Schritt zieht eine Untersuchung auf Insolvenzverschleppung mit sich. Man sollte an dieser Stelle jedoch nicht in eine Art Schockstarre verfallen, sondern sich gewissenhaft dem Förderantrag widmen und vor allem dem eigenen Unternehmen. Jetzt gilt es, von einem versierten Fördermittelberater, gerne in der letzten Instanz durch die Hausbank, genau ermitteln zu lassen, wie hoch die wirklich benötigte Fördersumme ist, und nicht horrende Summen beantragen, die man nicht zurückzahlen kann.
Große Summen sollten von einem Beratungsunternehmen untersucht werden, wenn die Auftragslage beziehungsweise Umsätze stabil sind und die Rückzahlungsmodalitäten gesichert sind.

Abmilderung der Schuld: Haftungsfreistellung

Geht man als Gründer beziehungsweise Gründerin ein Schuldverhältnis ein, dann muss man den gesamten Betrag – das Darlehen – samt den vereinbarten Zinsen ordentlich zurückzahlen. Sollte man den Betrag nicht zurückzahlen können mangels Liquidität, dann haftet man mit seinen hinterlegten Sicherheiten. Deshalb wird in Verbindung mit einer Haftungsfreistellung auch von einer Abmilderung der Schuld geredet.
Als Start-up besitzt man in der Regel kaum Sicherheiten, weshalb eine Bürgschaftsbank oder für Existenzgründer gezielt eine Förderbank hinzugezogen wird. Hausbanken leihen sich die benötigte Fördersumme – bei einer Bewilligung – bei der jeweiligen Förderbank, zum Beispiel der KfW. Die Hausbank verleiht die Fördersumme daraufhin an den sogenannten Kreditnehmer – hier der Gründer und oder die Gründerin. Letztere haften gegenüber der Hausbank dennoch für die gesamte Kreditsumme. Die Hausbank dagegen haftet mit dem gesamten Darlehen gegenüber der Förderbank. Nun kann eine Haftung natürlich gemindert werden, allerdings nicht für die Gründer und Gründerinnen, sondern für die Hausbank und das durch eine Haftungsfreistellung von 50 % bis zu 100 % der Darlehenssumme.
Die Haftungsfreistellung hat in erster Linie den Grund, die Hausbanken dazu zu motivieren, den jungen Gründern und Gründerinnen ein Darlehen zu ermöglichen, selbst bei geringen verfügbaren Sicherheiten. Die Förderbank teilt dafür quasi das Risiko mit der Hausbank. Wichtig an dem Konzept der Haftungsfreistellung ist, dass man erkennt, dass die Haftungsfreistellung kein Ersatz für die fehlenden Sicherheiten gegenüber der Hausbank ist. Sollte man die Raten nicht mehr bedienen können oder das Kreditausfall­risiko extrem hoch sein, dann werden im Insolvenzfall nach der Sicherheitsverwertung die Sicherheiten der Kreditnehmer – der Gründer und Gründerinnen – zwischen der Förderbank und der Hausbank prozentual verteilt. Die Gründer und Gründerinnen müssen in der Regel einen geringfügigen Zinsaufschlag in Kauf nehmen. Wenn man sich Geld leiht, das vorab nicht vorhanden ist und benötigt wird, dann muss man es auch der jeweiligen Institution zurückzahlen. Der Darlehensnehmer, die Gründer und Gründerinnen, bleiben in vollem Umfang in ihrer Rückzahlungsverpflichtung.

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