EIZO Coloredge CG279X im Test

Wer mit dem 31-Zoll CG319X seinen Tisch überfüllen würde, kann ihn sich auch eine Nummer kleiner holen. Mal schauen, was sich außer der Diagonale geändert hat.
EIZO Coloredge CG279X
EIZO Coloredge CG279X

Schon wieder ein neuer Eizo? Okay, was haben wir? Der CG279X ist ein 68,4 cm (27 Zoll) Wide-Gamut-IPS-Panel mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, eingebautem Colorimeter, 16 Bit Look-up Table und 350cd/m2 Leuchtkraft, das die üblichen HDR-Standards verarbeiten kann. Als Kostenpunkt ruft Eizo einen UVP von 2.199 Euro auf (inkl. MwSt.). Und was bekommt man real?

Verpackung und Lieferung

Wie üblich kommt der Screen in einer großen, stabilen Verpackung, die auch den rauesten Lieferanten aushalten sollte (beachtet den Konjunktiv, Lieferdienste heutzutage … seufz).
Wenn man sich ans Auspacken macht, wird man sich erst mal über den schweren Standfuß freuen, der auch den Kontakt mit dem tollpatschigsten Praktikanten überstehen wird. Enthalten sind, wie bei allen CG-Monitoren von Eizo, Putzmittel und ein ausführlicher Bericht der Werkskalibrierung.

EIZO Coloredge CG279X
EIZO Coloredge CG279X

Farben

Der Monitor besitzt ab Kaufdatum eine Farb- und Helligkeitsgarantie für maximal 10.000 Betriebsstunden. Eizo garantiert eine Helligkeit von 120 cd/m2 und einen Weißpunkt von 5.000 bis 6.500K. Das klingt gut, aber was sind wir anderes gewöhnt?
Bei der Messung hatten wir – jeweils mit Abstand von vier Wochen – ein Delta E von Δ1 mit einem Maximalwert von Δ2 verteilt auf insgesamt 9 Messungen (kann aber auch ein Anwenderfehler gewesen sein), und wenn der schlechteste Wert noch unter der Wahrnehmungsschwelle liegt, dann kann man sich nicht beschweren.
Warum ist das so viel besser als bei den meisten anderen Monitoren? Zum einen ist solide Hardware verbaut, zum anderen hilft der eingebaute Colorimeter – in der oberen Mitte des Randes ist ein kleiner Arm versteckt, der in regelmäßigen Abständen ausfährt (diese kann man selbst einstellen, wir hatten es im Test auf „einmal pro Woche“ gesetzt) und eine schnelle Kalibrierung durchführt. So driften die Farben nie zu weit, und realistisch gesehen kann man die ersten Jahre auf ein externes Colorimeter komplett verzichten.

EIZO Coloredge CG279X im Test
EIZO Coloredge CG279X im Test

Die temperaturgesteuerte Korrektur von Farbdrift und Helligkeit scheint zu klappen. Nur wenige Minuten warmlaufen reichen, um den Drift bis zu stabilen Farben in der Erwärmungsphase wegzurechnen.
Gemessen wurde unter anderem eine 100% Abdeckung des sRGB-Farbraums, 98% von Adobe RGB, 88% von P3 und 92% von NTSC. Das ist nicht ganz so viel, wie von Eizo angegeben, aber noch im Messfehler-Bereich.
Das 10-Bit-Panel ist insbesondere beim Grading ein Genuss, und Streulicht ist dank der einfach anzubringenden Lichtschutzhaube auch kein Thema. Der Kontrast ist stark genug, um sauberes Schwarz zu bekommen, und der Overdrive der Helligkeit ermöglicht die Bewertung von HDR-Material.

EIZO Coloredge CG279X
EIZO Coloredge CG279X

Usability

Was uns gefallen hat, war das Menü – noch nicht ganz auf NEC-Klarheit, aber nach unter einer Minute Eingewöhnung ist alles klar und auffindbar.
Das Colorimeter arbeitet zuverlässig und nach der ersten Einstellung im Menü auch komplett ohne Aufsicht. Der Screen ist leicht genug, um auch einem mittlerweile leicht verbrauchten Monitorarm keine Herausforderung zu bieten.
Die restliche Ausstattung ist wie beim Großen – einblendbare Rahmen, ein Füllhorn an unterstützten Presets – namentlich BT.2020, BT.709, DCI, PQ_DCI, PQ_BT.2100, HLG_BT.2100 – und eine Helligkeitsverteilung mit weniger als 8% Abweichung (weswegen wir das Chart nicht abdrucken), sowie eine nahezu hundertprozentige Luminitäts-Konformität.
In Sachen Konnektivität bietet der CG279X USB-Typ-C, Displayport-, DVI-D- und HDMI-Eingänge sowie 4 USB-Ausgänge (um den Hub zu ersetzen). Außer einem Mini-Displayport und einem VGA ist somit das komplette Sortiment vorhanden, und alle notwendigen Kabel sind in stabiler Ausführung mit enthalten.

EIZO Coloredge CG279X
EIZO Coloredge CG279X

Für wen ist der Screen geeignet?

Nach dieser Lorbeer-Lawine gibt es natürlich auch ein paar Kritikpunkte: Die Helligkeit hat zwar gemessene 350 Nits, aber im Rahmen der HDR-Beurteilung hätten uns ein paar Candela mehr nicht gestört. Das Einzige, was wirklich im Alltag, stört ist die Auflösung – 16:9 Bildverhältnis bei dieser Diagonale ist schön, aber 1.440 Zeilen ist schon etwas knapp im Jahre 2019, zumal die Anordnung und Simulation im Multimonitorbetrieb jetzt immer noch nicht so toll ist (was an Windows und Linux liegt, nicht an Eizo).

Fazit

Ein cleveres Menü, die übliche exzellente Farbdarstellung und eine Kalibrierung, die Spot-on ist, machen den CG279X zum perfekten kostengünstigen HDR-Ingest-Monitor, jedoch kann er aufgrund der Bildschirmauflösung seinem großen Bruder nicht das Wasser reichen. Für den Filmalltag ist er insbesondere in einem Multimonitor-Setup als vorläufige Referenz ideal aufgrund der exzellenten Farbdarstellung. Wer allerdings in komplexen Programmen wie Nuke und C4D unterwegs ist, dem sei ein 4K-Monitor daneben angeraten.

EIZO Coloredge CG279X im Test
EIZO Coloredge CG279X im Test

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