Silentmaxx Workstation basierend auf Kenko S-595i im Test

Die Firma Silentmaxx hat sich auf lautlose PCs und Workstations spezialisiert. Die Entwicklung der dabei eingesetzten Komponenten, wie etwa ein passiver CPU-Kühler, der ohne zusätzlichen Lüfter nur mit Heatpipes funktioniert, findet im eigenen Haus statt.

Seit über 15 Jahren entwickelt und produziert man bei Silentmaxx in Rheinbach PC-Bauteile und hat sich dabei – der Firmenname lässt es bereits erahnen – auf besonders geräuscharme, passiv gekühlte Netzteile und CPU-Kühler spezialisiert. Silentmaxx bietet darüber hinaus auch ein breites Angebot an geräuschlosen, passiv gekühlten Workstations an, bis hin zu Xeon Workstations mit 44 Kernen und Nvidia-Quadro-Karten. Die uns zum Test vorliegende Workstation basiert auf der Kenko S-595i, die in ihrer Basisversion komplett passiv gekühlt ist und ohne Lüfter auskommt.

Der stille Max wurde „True Rock ‘n‘ Roll“-­Style im Flightcase mit Butterfly-Verschlüssen und Kugelecken extremst gut gepolstert und verpackt zum Test angeliefert. Dies ist nicht die normale Verpackung, sondern kommt nur für Testgeräte zum Einsatz. Die Grafikkarte war für den Transport mit einem Kabelbinder an einem Gehäuseblech befestigt, der große Heatpipe-Kühlkörper war nicht extra gesichert.

Gehäuse

Beim Silentmaxx-Big-Tower-Gehäuse handelt es sich, wie auch beim CPU- und Grafikkartenkühler, um ein Produkt, das im eigenen Haus entwickelt und gefertigt wurde. Anders als die meisten anderen Tower-Gehäuse besteht das Silentmaxx-Gehäuse aus Kunststoff, was zwar leichter und wahrscheinlich billiger ist, aber leider nicht dasselbe Gefühl von Wertigkeit und Stabilität vermittelt wie etwa Aluminium. Auf der vorderen Oberseite sind je zweimal USB-3.0-und USB-2-Anschlüsse nebst Power- und Reset-Taste angebracht. Praktisch, wenn von einer mobilen Platte schnell Daten importiert werden sollen.

Die Frage, ob es nicht auch ein MIDI-­Tower getan hätte, beantwortet sich nach Öffnen des Gehäuses von selbst. Nein, denn der gesamte Platz zwischen dem ersten PCIe-Slot, in dem die Grafikkarte steckt, bis zum oberen Ende des Gehäuses wird von einem riesigen passivem CPU-Kühler mit zehn Heat­pipes ausgefüllt. Direkt darunter sitzt die ebenfalls mit Heatpipes und einem großen Kühlkörper ausgestattete, passiv gekühlte Grafikkarte. Eigentlich passiv, denn direkt einen Slot unter der Grafikkarte befindet sich ein Kunststoff-Tray mit zwei großen, langsam drehenden Lüftern, die den Kühlkörpern der Grafikkarte sanft Luft zufächeln – aber dabei leider einen PCIe-x-16-Slot verdecken. Und auch zwischen den zwei Blöcken der CPU-Kühlkörper hat sich ein schmaler Lüfter versteckt, der über eine Metallspange am oberen Kühler befestigt ist.

Hinter der Gehäusetür befinden sich drei freie 5¼-Slots, einer ist bereits mit einem DVD-Multi-22fach-Laufwerk belegt, darunter im Gehäuse befinden sich acht komplett freie HDD-Käfige / Steckplätze.

Ausstattung

Silentmaxx hat der Workstation eine Intel i9-9900K CPU mit 8 Kernen und 32 Gbyte RAM-Speicher spendiert. Die im Silentmaxx verbaute Intel i9-9900K verfügt anders als die i7-9700K CPU zusätzlich zu den 8 Kernen noch über Hyperthreading, was bei HD-Video, 3D- und Audio-Anwendungen sicher nicht von Nachteil ist. Mit der GeForce RTX 2070 mit 8 Gbyte hat man sich nicht für die leistungsstärkste Grafikkarte entschieden, aber für eine, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Darüber hinaus sind die 175 Watt Leistungsaufnahme der 2070 wahrscheinlich leichter passiv zu kühlen als die 260 Watt der 2080 Ti.

Als Massenspeicher hat Silentmaxx ein M.2-SSD-Modul mit einem Tbyte Kapazität verbaut, und wie bereits erwähnt gibt es sogar noch ein DVD-R-Multi-Laufwerk im 5¼-Slot. Was die Schnittstellen angeht, bietet der stille Max alles, was man im Alltag so gebrauchen kann: gleich zwei Gigabit-Lan-Anschlüsse, viermal USB 3.0, zweimal USB 3.1 und USB 2.0, zwei Thunderbolt-2.1-Anschlüsse und an der RTX 2070 einmal USB C, dreimal Displayport plus einen Mini-Displayport sowie HDMI.

Wie leise ist „Silent“?

Ist die Workstation beim Rechnen wirklich lautlos? Nicht ganz, denn zum einen hörte man den zwischen die beiden CPU-Kühlkörpern geschobenen Lüfter leise arbeiten. Zum anderen begann der Lüfter deutlich hörbar zu klappern, nachdem sich die warm gelaufenen Kühlkörper etwas ausgedehnt hatten. Das Problem ließ sich zwar schnell durch Verschieben des Lüfters beheben, offenbart aber ein Problem bei der Befestigung und mechanischen Entkoppelung des Lüfters. Bei der Grafikkarte hingegen funktionierte die Kühlung mit etwa 72°C unter Vollauslastung effektiv, leise und reibungslos.

Leistung

Die Silentmaxx Workstation belegte mit einem Cinebench-20-CPU-Score von 4.913 und 2.042 Punkten bei Cinebench 15 den zweiten Platz direkt hinter der wesentlich teureren Xi-Machines Animate X2. Und auch beim V-Ray-Rendertest lag die CPU mit 1 Minute und 3 Sekunden nur 3 Sekunden hinter der Animate X2. Die Nvidia RTX 2070 erreichte beim OpenGL Benchmark von Cinebench 15 den Spitzenwert von 168 Bildern pro Sekunde und benötigte für die V-Ray-Szene 1 Minute und 7 Sekunden.

Interessant waren die Ergebnisse der Blender-Classroom-Tests. Beim CPU-Test mit Version 2.7 war der i9-9900K der Silentmaxx Workstation mit 12 Minuten und 2 Sekunden nur 14 Sekunden langsamer als die Xeon CPU der Xi-Machine. Wurde dieselbe Szene mit Blender 2.8 gerendert, war der i9-9900K mit gerade einmal 8 Minuten und 27 Sekunden sogar 22 Sekunden schneller als die Xeon W 2155. Mit 3 Minuten und 14 Sekunden benötigte die Nvidia RTX 2070 gut 1 Minute und 2 Sekunden mehr Rechenzeit als die 2080 Ti.

Die ein Tbyte große SSD lieferte beim Aja-Systemtest die zu erwartenden Übertragungsgeschwindigkeiten von 3.001 Mbyte pro Sekunde Leserate und 2.970 Mbyte pro Sekunde Schreibrate. Der Test mit HD-Tune ermittelte eine Dauertransferrate von 2.248 Mbyte pro Sekunde. Mit diesen Übertragungsgeschwindigkeiten und Kapazitäten lassen sich viele Aufgaben von HD-Video über 3D bis hin zu großen Audioprojekten umsetzen. Bei der DPC-Latenz ermittelten wir 304 Mikrosekunden als Maximalwert, was zusammen mit den guten Benchmark-Ergebnissen auf ein ungestört laufendes Windows 10 Pro mit aktuellen Treibern und ohne störende Dienstprogramme hinweist.

Fazit

Zugegeben, das Gehäuse der Silentmaxx Workstation ist nicht so schick, wie das der Xi-Machines Animate X2, und arg viel leiser ist sie unter Vollauslastung auch nicht. Dafür kostet sie nur etwa ein Drittel des Preises, spielt in Sachen CPU-Leistung allerdings trotzdem in der gleichen Liga. Immerhin war die Silentmaxx Worksation der zweitschnellste Rechner im Testfeld, aber dabei mit 3.110 Euro die zweitgünstigste. Wer auf stylische Gehäuse und zusätzliche Sicherheit durch Enterprise-Edition-Komponenten verzichten kann, bekommt mit der Silentmaxx eine leistungsfähige, gut konfigurierte Workstation, die ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

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